Paar hält Ultraschallbild hoch - Schwanger

Du bist schwanger, warst eben beim Frauenarzt und hast vielleicht beim ersten Ultraschall schon das Herz Deines Babys schlagen sehen? Herzlichen Glückwunsch! Wenn es Dir wie mir damals geht, dann bist Du jetzt völlig überwältigt. Vielleicht erlebst Du auch ein Wechselbad der Gefühle und weißt nicht recht, ob Du Dich nun freuen oder Panik haben sollst.

Es ist völlig in Ordnung, wenn Du beides empfindest. Manchmal sogar gleichzeitig. Das macht Dich weder zu einem schlechten Menschen, noch zu einer schlechten Mutter. Du darfst Angst davor haben, was nun vor Dir liegt. Es ist völlig normal angesichts von neuen Situationen erst mal unruhig zu sein. Oder auch so richtig schlecht drauf. Aktuell wächst in Deinem Körper eh ein lustiger Hormoncocktail an, der Dich stimmungstechnisch völlig durcheinander bringen kann. Es kann also durchaus mal vorkommen, dass Du plötzlich anfängst zu weinen, nur weil Dir die volle Mülltüte im Treppenhaus reißt oder Du im Supermarkt einen süßen Hund siehst.

Es klingt nach einem wahnsinnig schlechten Klischee und ich war mir damals sicher, dass ich so nicht werden würde. Knapp eine Wochen nach dem „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!“ beim Gynäkologen, der mir einen dicken Stapel Infobroschüren in die Hand drückte und mich mit dem ersten Ultraschallbild meines Mäuschens völlig umhaute, saß ich dann aber tatsächlich schluchzend in meiner Wohnung auf meinem Sofa und heulte mir die Seele aus dem Leib. Der Grund? Im Fernsehen lief eine Sendung über eine Tierklinik. Zugegeben, ich war immer schon sehr tierlieb aber so kannte ich mich dann doch nicht. Plötzlich war alles so unfassbar emotional. Ich habe viel geweint, mich abwechselnd unheimlich gefreut und war dann wieder am Boden zerstört. Eine rasante Stimmungsachterbahn gehört wohl dazu, wenn man schwanger ist.

Was musst Du jetzt tun?

Vermutlich hat Dein Arzt Dir bereits ein bisschen was gesagt und Dir einige Borschüren mitgegeben. Die gute Nachricht: Du musst die nicht alle sofort lesen. In vielen geht es darum, ob Du zu einem späteren Zeitpunkt die ein oder andere Vorsorgeuntersuchung machen möchtest, um zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass Dein Baby eine genetische Veränderung wie Trisomie 21 hat. Damit wirst Du Dich noch auseinandersetzen müssen aber das muss nicht heute sein.

Rohmilchprodukte und Co. – die Welt der Verbote

Was Du jetzt wissen solltest, ist dass einige Lebensmittel von nun an erstmal von Deinem Einkaufszettel gestrichen werden sollten, weil Dein Baby sie unter Umständen nicht vertragen würde. Das ist einer der Nachteile davon schwanger zu sein. Dazu gehören etwa Rohmilchprodukte. Der Grund ist, dass beim Rohmilchkäse die Milch nur bei etwa 40 Grad erwärmt wird. Mikroorganismen wie die Bakterien Listerien werden jedoch erst bei circa 70 Grad abgetötet und können für Dein ungeborenes Baby zur Gefahr werden. Im schlimmsten Fall kann dies sogar eine Früh- oder Todgeburt sein aber wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen. Du musst deswegen nicht pauschal jeglichen Käse weglassen aber mit Produkten aus pasteurisierter Milch machst Du nichts falsch.

Welche Käsesorten zu den Rohmilchkäsen zählen, fiel mir irrsinnig schwer mir zu merken. Es gibt einige Listen im Internet, von denen die hier ganz brauchbar ist. Eine grobe Faustformel ist jedoch, dass die Hersteller in Deutschland dazu verpflichtet sind auf die Verpackung einen Hinweis zu drucken, wenn es sich um Rohmilchkäse handelt. Dies kann beispielsweise Schimmelkäse sein. ABER auf beispielsweise Pizza, die im Ofen ja ohnehin stark erhitzt wird, kann Dir auch der gute Rohmilch-Pecorino nicht gefährlich werden. Du siehst, Du musst also nicht auf alles komplett verzichten, wenn es ordentlich erwärmt wurde.

Die wichtigste Regel für Schwangere: entspannt bleiben

Ebenfalls tabu sind in den nächsten Monaten auch Wurst, rohe Eier und Co., die nicht gekocht bzw. erhitzt wurden. Der Grund? Natürlich Listerien. Auch hier genügt in der Regel wieder ein Blick auf die Packung welche Wurst etwa erhitzt oder etwa nur geräuchert wurde. Dass Alkohol, Nikotin und sonstige Drogen in der Schwangerschaft nicht erlaubt sind, sollte jedem klar sein. Dass im gekauften Tiramisu aus dem Supermarkt sowohl rohe Eier als auch geringe Mengen Alkohol sind, fiel mir damals auch leider erst nach dem im extremen Heißhungerrausch verspeisten Becherinhalt auf. Natürlich sollte man das vermeiden. Aber es kann passieren, dass Dir mal ein Versehen unterläuft. Sehr wahrscheinlich geht die Welt davon nicht unter. Also atme tief durch – sowieso das Mittel Nummer eins – und entspann Dich. Wären Babys so empfindlich, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Dennoch soll dies natürlich keine Aufforderung sein wahllos Rohmilchprodukte und Alkohol in Dich reinzuschaufeln sowie zu schütten, wenn Du schwanger bist. Im Gegenteil. Ich will nur, dass Du nicht in Panik verfällt, wenn Dir nach dem Dinner beim Italiener auffällt, dass in der Pastasauce vermutlich ein kleiner Schluck Rotwein drin war. Der wahrscheinlich ohnehin beim Kochen weitestgehend verflogen ist. Aber darum geht es auch nicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine glückliche, entspannte Mama am allerwichtigsten für ihr Baby ist. Also stress Dich nicht in dem Du versuchst sieben Tage die Woche ausschließlich perfekt ausgewogen zu essen und überhaupt auch so alles richtig zu machen. Du darfst auch mal auf der Couch lümmeln und Chips essen. Dein Baby bekommt auch alle Nährstoffe, wenn Du nur bei zwei Mahlzeiten am Tag auf Deine Ernährung achtest. Also immer locker bleiben.

Wie es nun weitergeht: die Hebammensuche

Du weißt nun also, dass Du Deine Ernährung etwas anpassen solltest. Was musst Du aktuell noch tun? Idealerweise suchst Du Dir als allererstes mal eine Hebamme. Und auch hier gilt: Lass Dich nicht verrückt machen. Mir wurde als ich schwanger war, gesagt, dass Hebammen so rar sind wie Kita-Plätze. Einen Betreuungsplatz für unsere Tochter habe ich tatsächlich ewig gesucht aber damals hatte ich binnen kürzester Zeit gleich drei Angebote von Hebammen. Letztlich hatte ich eine traumhafte Superfrau in eigener Praxis direkt um die Ecke bei mir. Also keine Angst. Du wirst jemanden finden, auch wenn Du vielleicht 20 Hebammen kontaktieren musst und nicht nur eine. Vertrau dabei ruhig auf Dein Bauchgefühl. Wenn Dir die Hebamme unsympathisch ist, bringt es Euch beiden wenig. Nach der Geburt wirst Du sie eine Weile verdammt oft sehen. Da sollt die Chemie schon stimmen.

Das leidige Thema mit dem Kita-Platz

Manche sagen, dass es sinnvoll ist sich jetzt schon einen Kita-Platz zu suchen bzw. Dein Baby auf Wartelisten setzen zu lassen. Tatsächlich haben zwei Freundinnen, die so verfahren sind, einen Kita-Platz für ihre Kinder bekommen, die ungefähr zur selben Zeit wie meine Tochter geboren wurden. Es kann also durchaus ratsam sein. Mir kam es absurd vor für mein Baby Bewerbungen für einen Betreuungsplatz abzuschicken, wenn noch nicht mal die berühmt berüchtigten ersten drei Monate der Schwangerschaft rum sind. Dies ist übrigens die Zeit, in der es am ehesten zu Abgängen, also Fehlgeburten, kommen kann. Für mich persönlich war es wichtig so lang zu warten aber auch das ist eine individuelle Entscheidung. Ich glaube jedoch, dass es mittlerweile egal ist, wann man anfängt nach einem Kita-Platz zu suchen. Vieles scheint hierbei tatsächlich Glückssache zu sein aber dazu an anderer Stelle mehr in der Kategorie „Babyjahre“.

Linktipp:

Welche Käsesorte darf ich während der Schwangerschaft denn nun eigentlich essen und welche nicht? Die Seite „kas-kas.de“ gibt in einer kompakten Liste Auskunft darüber.